Stormchase USA 2011 - Tag 13 (Index)

20.05.2011: Abilene, KS - Russel - Great Bend - Pratt - Arlington - Pratt - Kingman, KS (314 Meilen)


Rating:

English summary: The thunderstorms we find early today are not in good shape. However, further south, there is a better storm, that shows its full beauty at dusk.

Letzte Nacht hat es über Kansas grossräumig Gewitter ausgelöst. Dementsprechend kaputt ist die Luft heute morgen auch. Aber es gibt Hoffung. Die Sonne kommt nämlich im Laufe des Vormittags zum Vorschein und kann mit der "Reparatur" der Luftmasse beginnen:

Wir entscheiden uns vorerst zu einer Westverlagerung auf der Interstate 70, die uns die letzten Tage wettermässig immer treu war. Da Kansas sich am Ostrand eines Tiefs befindet, ziehen die Gewitter heute tendenziell Nord- bis Nordostwärts, was ein Abfangen aus Norden erleichtert. Auf der Westfahrt sehen wir zu unserer leichten Enttäuschung bereits um 14 Uhr eine Linie von hochreichenden Quellwolken. Wir hätten der Luft gerne noch zwei drei Stunden Aufheizung gegönnt:







Sei es drum, wir fahren bis an diese Linie heran, und essen erst mal etwas. Andere Chaser, hier die Leute vom Weather Channel ("The Great Tornado Hunt") stehen ebenfalls hier bereit, und warten auf den "Great Tornado":





Wo ist er bloss, der Rüssel???



Es beginnt westlich von uns leicht zu donnern, und wir schauen in den Himmel, immer mit leicht beschwörendem Blick:



Oje, was ist das denn? Die Wolken scheinen keine Lust zu haben, in das Gewitter rechts reinzuziehen. Stattdessen quellen sie einsam vor sich hin und versuchen alle, selbst zum Gewitter zu werden. Eine der Wolken neigt sich zwar etwas zum Gewitter hin, aber das reicht nicht:



Alles eher unorganisiert und mit viel zu guter Sicht. Hier gefällt es uns nicht mehr:



Wir suchen auf dem Radarbild herum, ob irgendwo etwas Besseres unterwegs ist. Über Great Bend hat es etwas. Sowie weiter südlich über Pratt. Das Pratt-Teil schert sogar ein wenig nach Osten. Wir fahren etwas nach Süden, um allenfalls entweder in Great Bend zu verweilen oder dann die Pratt-Zelle anzufahren. Great Bend sieht doch schon deutlich besser aus, wenn man die Wolkenbasis vergleicht mit der auf dem oberen Bild. Weniger von dem zotteligen Fraktus, laminarere Wolkenbasis:







Aber auch dieses Gewitter hier schwächelt mit der Zeit vor sich hin, während weiter südlich schöne Wolkentürme des Pratt-Updrafts zu sehen sind:



Also ab nach Süden, in 40 Minuten schaffen wir es auf gute Sicht unter den Wolkenteller, allerdings auf der Nordwest- und Westseite. Bei einem Superzellen-Monster wären wir via Ost rangefahren, aber wir spekulieren darauf, dass es heute auch mit direktem Reinfahren klappt. Falls der Hagel zu dick wird, drehen wir halt wieder um. Auch nicht gerade das Struktur-Wunder hier, allzu gross wird der Hagel so nicht:



Der grosse Vorteil an der Westseite ist das Sonnenlicht, das zu schönen Licht-Effekten wie Regenbögen führt:



Immer wieder baut die Zelle neu an, dann ziehen einige Teile von ihr auch wieder nach Nordosten davon. Wir fahren durch die Türme durch und fotografieren sie von der anderen Seite:





Wunderbare Regenvorhänge zu sehen, als wir etwas weiter weg im Südosten stehen:



Sieht sogar kurzzeitig etwas organisierter aus. Wird das am Ende doch noch zum Unwetter?



Die Wolkentops von der Zelle senken unseren Blutdruck aber rasch wieder ab. Sie reicht nicht besonders hoch, ist aber dennoch sehr schön anzusehen:



Wow, dahinter muss die Sonne unglaublich reinknallen! Die Westseite könnte schöner kommen bei Sonnenuntergang:



Also wieder unten durch:





Etwas Hagel fällt aufs Auto, aber die Grösse in unkritisch. Schon unmittelbar beim Rauskommen im Westen zeigt sich uns ein schöner Regenbogen:



Und der Inflow im Norden:



Und vor allem der Haupt-Updraft, wow:



Zeitraffer der Quellung:


Mit dem Abendlicht zeigt sich das Gewitter von seiner absolut besten Seite:



Inflow-Zündschnur:



Noch einmal fahren wir so dicht ran wie es nur geht, und lassen erneut das Sonnenlicht spielen:







Ab hier ohne Worte, einfach nur schön und ein klassischer Drei-Sterne-Tag beim Rating:

























Text und Bilder ©2011 Markus Pfister, Mark Vornhusen