Stormchase USA 2012 - Tag 1 (Index)

11.05.2012: Zürich - London - Dallas (8000+ Meilen)

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English summary: The weather holidays began! :-) Today rather long travel into tornado alley. This year's pro: Southern plains soil is soaking wet from recent rain, which supports spontaneous off-schedule thunderstorm formation. Cons: Overall weather pattern in the first week is rather suboptimal for storms; co-chaser and reliable driver Mark Vornhusen not with me, I'll go for it on my own.

Der Wetter-Urlaub kann beginnen! Nach einem leicht verlängerten Flug in die Tornado Alley (kurzer ungeplanter Zwischenstopp in Oklahoma wegen Gewittern über Dallas) hat die Ein- und Anreise gut geklappt, das Mietauto ist startklar und die Batterien sind geladen :-) Die Stadt Dallas hat mich mit einem Gewitter willkommen geheissen, was ich natürlich sehr schätze!

Die gute Nachricht zuerst: Ganz im Gegenteil zu letztem Jahr ist es diesmal vor allem in den südlichen Plains sehr feucht. Es regnete in den letzten Tagen und Wochen Riesensummen von bis zu 8 Inches (200 mm) pro Gewitterschub. Die Böden von Texas sind bald schon dem Golf von Mexiko gleichzusetzen, ja besser, die zahlreichen flachen Pfützen und Seen werden tagsüber richtig warm und füttern so die bodennahen Luftschichten durch Verdunstung mit Feuchte. Es dürfte somit trotz Hochdruckeinfluss ständig zu Gewittern kommen, und selbst schwache Störungen in der Atmosphäre dürften durch die hohe Zufuhr von latenter Wärme ausgeprägter werden als in den Modellen vorhergesagt.

So einen Fall hatten wir eben erst am 10. Mai, als die Modelle eine schwache Störung in der Höhe über Texas angezeigt hatten, die dann aber zum Schluss in der Realität deutlich ausgepräger daher kam und zu einer komfortablen Anzahl von Gewittern, Hagelschlägen und sogar Tornados geführt hat.

Nun zu den weniger guten Nachrichten: Wie mit den Begriffen "Hochdruckeinfluss" und "schwachen Störungen" schon angesprochen, herrscht in der freien Atmosphäre im Moment nicht gerade optimales Potential für schwere Unwetter. Der Urlaub droht also zu Beginn quasi "ins Wasser" zu fallen (sprich: ruhiges Frühlingswetter). Wir werden sehen, wie weit die angesprochenen nassen Böden diesen Begingungen entgegenwirken können. Völlig kompensieren können sie diese sicher nicht.

Leider hat es dieses Jahr relativ kurzfristig nicht geklappt, Kollege Mark für den Schlechtwetter-Urlaub frei zu bekommen, also werde ich alleine unterwegs sein. Es wird sich zeigen, ob und wie gut das funktioniert. Es ist das Neunte Sturmjagd-Jahr in Folge hier drüben, weshalb ich einen Alleingang für verantwortbar halte.

Anflug auf den Zwischenstopp London:







Technisch gibt es nur kleinere Änderungen im Equipment. Ich muss mich quasi selbst ersetzen mit einem Laptophalter sowie einem sprechenden GPS. Internet kommt via antennen-verstärktem Handysignal in einen WLAN-Router, der dann kabellos im Auto rumstrahlt. Dies hat den Vorteil, dass ein allfälliger direkter Blitztreffer ins Auto nur das Internetmodem sowie den WLAN-Router und nicht gleich den ganzen Laptop in Gefahr bringt. Beste Grüsse und ein Dank für diese elektrisierende Idee an die Chaser-Kollegen Uwe und Susi Thieme, man sieht sich - hoffentlich! :-)

Ausserdem habe ich mir eine Canon Powershot SX40 HS gekauft. Sie hat ein gutes optisches Zoom und ergänzt die unzerstörbare und brillante Powershot A720 IS. Auch diese möchte ich nicht missen!

Text und Bilder ©2012 Markus Pfister