Stormchase USA 2015 (Index)

13.05.2015: Eagle Pass, TX - Del Rio - Rocksprings - Sonora, TX (295 Miles)



Rating:

English summary: The day starts (Update: and ends) with thunder and lightning, just the way we like it!

Zum Aufstehen in Eagle Pass begrüsst uns bereits ein wunderbares, blitz-intensives Gewitter. Wir sind hungrig, nachdem wir über 24 Stunden ohne Gewitter geblieben sind:

















Am Nachmittag passiert uns etwas witzig-tragisches: Wir stehen 25 Meilen südöstlich einer mutmasslichen Superzelle, und kommen nicht ran, weil sie über Mexiko steht. Also warten wir ab, ob sie zu uns zieht. Stunden später realisieren wir, dass sie keine Einreisepapiere hat und entlang der Hügel ennet des Rio Grande nach Süden wandert. Wir stehen an der Grenze und beugen uns förmlich nach Westen, oder halten die Digicam mit ausgestreckten Armen über den Stacheldraht, aber es fehlen 10 bis 20 Meilen für den 4-Sterne-Teller, der unter dem Teil ganz sicher herumdreht:



Schaut Euch das Radarbild zu dem Zeitpunkt an, liebe Freunde. Unser Standort ist durch diesen weissen Kreis südlich von Eagle Pass gekennzeichnet. Dieser rote Kreis unter dem Echo mit dem violetten Dreieck deutet Rotation an, die LovLevel-Divergenz betrug (wenn wir uns richtig erinnern, denn die Verdrängung des Vorgangs hat im Gehirn über Nacht eingesetzt), also die LLDV war an die 100 Knoten, eventuell war da sogar ein Tornado drin. Die weisse Linie ist der Verlagerungs-Weg der Zelle innerhalb der nächsten Stunde:



Jetzt ein Südwest-Strässchen und drei Mexiko-Visa...



Wir lassen das Teil ziehen und fahren nach Norden Richtung einiger mässiger Gewitter, die immerhin in die USA eingereist sind. Es hat da schöne Blitze, klar, und wir erwischen einige, aber das reicht nicht für ein 4er-Rating:







Der Tag bringt noch mehr Überraschungen mit sich. Wir treffen wieder unsere Freunde Jörg und Nils und fotografieren die letzten abendlichen Blitze. Dann müssen wir nach Norden verlagern für morgen. Nils hat in seinem Street-Atlas eine Abkürzungs-Strasse Richtung Sonora. Wir schauen ihm über den Buckel und freuen uns, denn diese Strasse ist bei uns nicht drin. Also nichts wie los in die Pampa. Merkwürdig, wir müssen immer wieder aussteigen und Kuh-Gatter öffnen und schliessen auf dieser "Strasse". Das mussten wir noch nie. Hm, Gate "4", das klingt ja jetzt auch nicht so, als wär es das einzige auf dieser Strasse:



Natürlich kommen noch weitere dieser schweren Blechtüren. Das wird immer mehr zum "Gate"-Gate für uns. Wir öffnen und schliessen im weiteren Verlauf etwa 6 von denen (immer bei gerader Anzahl geschaffter Gates hoffen wir, dass es das letzte war, lol). Ach ja, die Kühe: sie geben die Strasse eher widerwillig frei:





Dann wächst immer mehr Gras im Mittelstreifen und es kommen riesige Pfützen, die in der Nacht aussehen wie der Pazifische Ozean im Mondschein. Wir müssen mehrmals mit einem Ast die Tiefe der Seen checken oder Steine reinwerfen, um zu sehen, ob wir da mit Schwung noch durchkommen mit unserem "Jeep Grand Cherokee", der genau nichts mit Jeep zu tun hat, weder die Reifen, noch der Antrieb. Wir entwickeln zudem eine gewisse Abneigung gegenüber Street Atlas 2015 :-)))

Irgendwann ist eines der Gates komplett gesperrt, was uns den letzten Schwung dramatisch raubt, denn immerhin haben wir schon 45 Minuten und 16 Meilen in dem Kuh-Sumpf zurückgelegt, und einige Male ist der Jeep geschlittert wie auf Seife. Tja, nun heisst es, alles zurück:





Gregory, unser bester Fahrer, weiss jetzt, wie die Strasse aussieht, die vor uns liegt, aber das macht die Situation mitnichten besser! Aber wir schaffen es! Gute 45 Minuten und 6 Gates später haben wir wieder Zivilisation unter den Rädern, und fahren anschliessend den Highway-Umweg via Edwards Mountains Richtung Sonora, wo wir gegen Mitternacht auch prompt ankommen. Wichtig war, da wieder ohne zu ersaufen raus zu kommen, alles andere bringt uns einfach nur noch zum Lachen. Tornado-Alley, wir sind noch da!



©2015 Markus Pfister, Gregory Käser, Dominic Blaser